adwordsTrevor Claiborne von Google hat kürzlich in Inside AdWords mitgeteilt, dass sich bei Google AdWords in Zukunft einige Änderungen ergeben werden:

1. Neue abfrageabhängige Berechnung des Qualitätsfaktors

Der Qualitätsfaktor ("Quality Score") wird zukünftig in Echtzeit bei jeder einzelnen Suchanfrage neu berechnet und soll dadurch genauer werden. Relevante Kleinanzeigen sollen dadurch häufiger angezeigt werden, nicht relevante dafür seltener oder gar nicht.

Der Qualitätsfaktor häng dabei vom eingegebenen Suchbegriff, dem entsprechenden Keyword in der Kampagne, dem Ort, von dem die Suche ausgeführt wird, dem benutzten Suchnetzwerk und von anderen "Relevanz-Faktoren" ab, die Trevor Claiborne nicht nennt.

Google verspricht sich hiervon, dass die Google-Nutzer zukünftig bessere, also passendere Kleinanzeigen zu sehen bekommen, und dass die AdWords-Nutzer – sprich: die Werbetreibenden –  dadurch noch qualifiziertere Kundenkontakte erhalten.

2. Keine inaktiven Keywords mehr

Da der Qualitätsfaktor je Abfrage neu berechnet wird, wird es auch keine inaktiven Keywords mehr geben. Dadurch haben alle Keywords die Chance, auf Webseiten oder im Suchnetzwerk zu erscheinen. Natürlich, so schreibt es auch Trevor Claiborne, sind solche bisher als inaktiv geltenden Keywords kaum geeignet, großen Traffic auf Ihre Website zu bringen.

Immerhin besteht hier dann die, wenn auch sehr minimale Chance, dass es vereinzelte Abfragen gibt, bei der das eigentlich inaktive Keyword passt und somit an einigermaßen guter Position eingeblendet wird.

Einen großen Vorteil kann ich allerdings nicht erkennen. Da der Qualitätsfaktor bei solchen Keywords wohl auch in Zukunft eher schlecht bleiben wird, wird es wohl – von Ausnahmen abgesehen – weiterhin ratsam bleiben, derartige Keywords zu löschen, damit sie nicht die Qualität der gesamten Anzeigengruppe beeinträchtigen können.

3. Das "First Page Bid" löst das Mindestgebot ab

Aufgrund des zukünftig abfrageabhängigen Qualitätsfaktors wird es auch kein Mindestgebot mehr geben. Stattdessen kann man dann auf eine Platzierung auf der ersten Suchergebnis-Seite setzen ("First Page Bid").

Relevant für die Positionierung ist dabei laut Google die "genau passende" Version des Keywords, der Qualitätsfaktor der Kleinanzeige, der Konkurrenzdruck zu diesem Keyword und natürlich das eigene "1.-Seite-Gebot".

Google schreibt, dass man das Feedback bekommen habe, dass die Mindestgebote "nicht immer hilfreich dabei gewesen seien, die Position zu bekommen, die man erreichen wollte" (frei übersetzt). Naja, man bekam die gewünschte Position zwar nicht auf dem Teller serviert, mit ein wenig Ausprobieren und dem entsprechenden Kleingeld konnte man sie bisher aber immer ganz gut ansteuern (um es einmal recht einfach auszudrücken).

Der "Vorteil", der man zukünftig hat, wird aber wohl sein, dass man schwarz auf weiß von Google angegeben bekommt, wie viel man für eine Position auf Seite 1 bieten muss.

Auswirkungen bleiben abzuwarten

Wenn man ein bisschen schwarz malen möchte, dann könnte man annehmen, dass das gegenseitige Überbieten zukünftig einfacher sein wird, weil jeder ja sofort weiß, wie viel er für Seite 1 bieten muss. Und was passiert, wenn dann 9 Anbieter den First Page Bid oder ein bisschen mehr bieten, kann man sich leicht ausmalen: Er steigt für alle…

Auf lange Sicht wird der Markt das hier aber wohl ebenso regeln wie beim derzeitigen Mindestgebot, denn zu teuer eingekauft bleibt zu teuer eingekauft. Die Gebote werden sich daher wahrscheinlich auf ähnlichem Niveau einpendeln wie bisher. Das bleibt wenigstens zu hoffen…

Trevor Claiborne selbst schreibt, dass die Auswirkungen ganz unterschiedlich sein werden. Einige Werbetreibenden werden überhaupt keinen Unterschied feststellen, andere hingegen recht große. Warten wir es also ab.

Wann diese Änderungen umgesetzt werden, steht noch nicht fest. Es ist aber wohl schon innerhalb der nächsten 1 bis 3 Wochen damit zu rechnen. Erste Konten werden jetzt schon testweise umgestellt.

Das Mindestgebot wird solange weiter angezeigt, allerdings werden die weiteren Informationen zum Mindestgebot bereits auf Grundlage des abfrageabhängigen Qualitätsfaktors ausgegeben.

Update:

Position 1 für "Google Adwords Gebote"

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